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16.06.2010

Bei meiner Ehr!


Blöder gehts ja nicht mehr, als Käse mit absurden Ehrbezeugungen zu bewerben. Passiert aber in der Werbung gerade wieder, nachdem so ca ein Jahrzehnt eine Ruhe war. Interessanterweise werden in dem Werbespot die Darsteller, die "bei meiner Ehr" sagen (müssen), immer älter, quasi nach dem Motto "je älter, desto gewichtiger deren Wort und desto glaubwürdiger". Dabei ist der alte Mensch doch mit viel mehr Schuld beladen als ein Neugeborenes. Wahrscheinlich doch ein zu philosophischer Ansatz für die Werbung.
Und wozu diese Ehrbezeugungen? Man ist doch am ehesten geneigt, so was zu sagen, wenn das genaue Gegenteil der Fall ist. Offenbar ist die Werbebotschaft dermaßen unglaubwürdig, daß es entsprechender - das Gegenteil indizierender - Behauptungen bedarf.
Ich habe meinem Buchhändler gerade am Telefon von meiner Auseinandersetzung erzählt, und er erkannte einen weiteren Aspekt: es darf nun im Werbespot zum ersten Mal auch eine Frau "Bei meiner Ehr!" sagen. Viel zu progressiv für die Zielgruppe, die man offenbar ansprechen will...


P.S.:Die Ehre ist in der österreichischen Rechtsordnung nach wie vor geschützt.Privatanklagen wegen Ehrenbeleidigungen sind aber mittlerweile eher selten, und bei den Richtern verständlicher Weise auch nicht sonderlich beliebt.


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